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Klaus Schulte
Felsenburg 11
58644 Iserlohn

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Stand: 09.08.2013

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Baujahr 1992

Baujahr 1992

Wir haben

die Problemziegel aus Schermbeck : “Deutsche Dachziegel, streng geprüfte Qualität”

vom Dach!!!

Bitte anklicken.

Wir raten allen Hausbesitzern, ihren Dachziegellieferanten und -hersteller sorgfältig auszuwählen!

 

Verehrte Dachziegel-Leidensgenossen!

 

Es ist nun an der Zeit, die Geschehnisse in Sachen Nelskamp-Dachziegel und
 die daraus entstandenen Folgen ab Juni 2010 zu schildern.

 

    Auf Grund meines Zwischenberichts aus dem Jahre 2009/2010“ stand am 14.07.2010 ein Gerichtsvollzieher vor meiner Haustür und überreichte mir ein Couvert im DIN A-4-Format. Der Inhalt war eine „Übergabe einer strafbewehrten Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung“ zwecks Unterzeichnung und Rücksendung bis zum 15.07.2010 an den Prozessbevollmächtigten der Firma Nelskamp Dachziegelwerke, RA U. Dall, Sophienstraße 2, 45130 Essen.

    Ich war durch die bisherigen Erfahrungen mit Nelskamp nicht sonderlich beeindruckt. Endlich kam Bewegung in die Angelegenheit. Habe diese Erklärung natürlich vorerst nicht unterschrieben. RA Dall drohte mit einem Gerichtsverfahren. Es kam, wie es kommen musste!

    Ich erhielt eine Ladung vor das Landgericht Essen, Termin 19.08.2010, 11.15 Uhr.

    Wir, RA Latsch und ich, waren pünktlich zur Stelle. Jedoch die vorhergehende Verhandlung verzögerte unseren Termin um ca. 30 Minuten. Gegen 11.45 Uhr  bat uns ein Gerichtsdiener in den Verhandlungsraum. Die räumliche Abmessung betrug etwa 20 x 12-15 m. Einige Fenster waren geöffnet, so dass der Straßenlärm ungehindert eindringen konnte. An der Kopfseite saßen drei Richter, an beiden Längsseiten hatten sich jeweils 3-5 Personen auf ihren Stühlen positioniert. Die Funktion und die Aufgaben dieser Personen waren mir fremd und somit nicht einzuordnen. Die streitenden Parteien Schulte/Nelskamp saßen wie die armen Sünder am Kopf der Tischreihen in Höhe der Eingangstür. Den Ausführungen des Vorsitzenden Richters konnte ich auf Grund des eindringenden Straßenlärms und der räumlichen Entfernung zum Richtertisch nur begrenzt folgen. Offensichtlich ging es ausschließlich nur um die gemachten Anmerkungen in meinem Zwischenbericht, der im Internet von mir veröffentlicht wurde. Es handelte sich in der Hauptsache um Anmerkungen aus dem Kreis der unzufriedenen und verärgerten Bauherren, die mangelhafte Nelskamp-Produkte, also Beton- oder Tondachziegel, auf ihren Dächern verbaut hatten. Der Vorsitzende Richter hielt es für unangebracht und unhaltbar, solche „Schmähschriften“ über die Internetplattform zu verbreiten. Hier wurde nach Aussage des Vorsitzenden Richters eindeutig die Ehre des Unternehmens und des Geschäftsführers verletzt. Ich habe nach der Verhandlung lange überlegt und stelle mir bis heute die Frage, ob dies tatsächlich zutrifft. Die einzige Frage des Vorsitzenden Richters an mich war: „Wann war der Sterbetag Ihrer Frau?“ Mir ist bis heute nicht klar, was diese Frage mit den defekten Nelskamp-Dachziegeln zu tun hat.

    Es wäre für den Vorsitzenden Richter ein Leichtes gewesen, die meiner Klageerwiderung wiederum beigefügten Fotos vom Dachzustand anzusehen. Auch hätte er nach den Ursachen für die sogenannten Schmähschriften fragen können und sich die mitgeführten Dachziegelmuster ansehen können! Oder er hätte fragen können, was ich in der Vergangenheit unternommen habe, um eine gütliche Einigung mit Nelskamp herbeizuführen. Der Vorsitzende Richter wäre vielleicht zu einem anderen Urteil gekommen, aber diese Möglichkeiten hat er nicht genutzt. Es ging hier also nur um die „Ehre eines Unternehmens und seines Geschäftsführers“, die ich mit der Art und Weise meiner Darstellung diskreditiert hätte.

    Die Verhandlung dauerte ca. 10 – 15 Minuten. Es war, wie sich herausstellte, nur ein Pausenfüller, danach führte die Kammer die unterbrochene vorausgegangene Verhandlung mit den im Gerichtssaal anwesenden und verbliebenen Parteien fort. Hier stellte sich mir die Frage, ob das nicht zu schnell war und ob ausreichend Zeit bestanden hat, meine Sichtweise darzustellen.

    Wie also zu erwarten, erging das

      Urteil

      In dem einstweiligen Verfügungsverfahren gegen Herrn Klaus Schulte, Felsenburg 11 in Iserlohn, hat die vierte Zivilkammer des Landgerichts Essen durch den Vorsitzenden Richter Wacker, die Richterinnen Dr. Kretschmer und Dr. Strasser für Recht erkannt:

      Dem Verfügungsbeklagten Klaus Schulte wird es bei Meidung eines für jeden Fall der Zuwiderhandlung festzusetzenden Ordnungsgeld bis zu 250.000 Euro ersatzweise Ordnungshaft bis zu sechs Monaten, im Wiederholungsfall Ordnungshaft bis zu zwei Jahren untersagt, auf der Internetseite www.schulte-loessel.de sowie in sonstiger Form folgende Tatsachen- behauptungen/Kritik zu verbreiten: …

      Die Kosten des Verfahrens trägt der Verfügungsberechtigte.

    Alle beteiligten Bauherren werden sich an meinen Zwischenbericht erinnern.

    Hier wird nun deutlich, wie problematisch und letztlich auch teuer es sein kann, wenn man „deutsche Dachziegel – streng geprüfte Qualität“ mit verdeckten Mängeln kauft, wenn der Dachdecker nicht mehr greifbar ist und nicht in eine vertragliche Haftung genommen werden kann.

    Daher nun zu den Kosten, die bis heute entstanden sind:

     

     

    DM

    1.

    Reklamation kurz nach Ende der Garantierzeit

    800,00

    409,00

    2.

    Reisekosten

     

    2.500,00

    3.

    Einrichtung Internet

    2.400,00

    1.227,00

    4.

    Anwalts- u. Gerichtskosten Landgericht Essen

     

    12.890,00

    5.

    Prüfung, Berufungsinstanz OLG Hamm

     

    840,14

    6.

    Neueindeckung incl. Entsorgung in Ziegel wären:

     

    50.594,28

    7.

    eigener Zeitaufwand für Recherchen

     

    5.500,00

     

    Summe

     

    73.960,42

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     


    Diese Summe, in Worte: „dreiundsiebzigtausendneunhundertsechzig Euro“ kann ich mir nun ans Bein binden, und nur weil mein damaliges Dachdeckerunternehmen insolvent war und nicht in Anspruch genommen werden konnte. Mit dem Dachziegelhersteller habe ich keine Einigung finden können. Meine Verärgerung über die mir entstandenen Kosten und die aus meiner Sicht nicht gegebene Qualität des verwendeten Dachziegels sind also sicher nachvollziehbar. Ich persönlich hätte an Stelle des Dachziegelherstellers sehr viel mehr Bereitschaft gezeigt, einem wie mir betroffenen Endabnehmer Hilfestellung zu geben. Denn das Produkt war nun einmal fehlerhaft.

    Es kann aber auch anders verlaufen:

    Wie es in einem Prozess vor dem Landgericht Gießen geschah, in dem die Firma Nelskamp Dachziegelwerke involviert war.

    Zum Sachverhalt: wegen unterstellter Qualitätsmängel am Produkt der Nelskamp-Dachziegel aus Beton mit entsprechender „longlife“-Beschichtung unter der Bezeichnung „Finkenberger-Pfanne-Longlife“ hatte die Bauherrenschaft Frau Stein aus dem Raum Gießen vor dem Landgericht Gießen einen Prozess gegen den von ihr beauftragten Dachdecker eingeleitet. Die Firma Nelskamp Dachziegelwerk GmbH aus Schermbeck trat bei diesem Prozess als Nebenintervenientin auf.

    Laufzeit des Prozesses: 4. 11. 2009 – 15. 03. 2013.

    Das Landgericht Gießen hat jetzt entschieden:

      „Urteil

      verkündet am 15. März 2013 hat die fünfte Zivilkammer des Landgerichts Gießen durch den Richter Herrn Dr. Balzer als Einzelrichter auf Grund der mündlichen Verhandlung vom 22. 02. 2013 erkannt: der beklagte Dachdecker wird verurteilt, unter anderem die Dachdeckung des Wohnhauses der Frau Stein mängelfrei durch Austausch der von Firma Nelskamp Dachziegelwerke in Schermbeck mit mangelhafter Beschichtung gelieferten Betondachsteine „Finkenberger-Pfanne-Longlife“ herzustellen.“

    Die Arbeiten am Dach der Klägerin wurden in KW 48/2008 durchgeführt. Anfang 2009, also bereits nach sieben Monaten, wurde von der Hausbesitzerin festgestellt, dass sich die Beschichtung von der Nelskamp Finkenberger-Pfanne-Longlife löste. Die Klägerin rügte den Zustand der Ziegel fristgerecht gegenüber dem Vertragspartner, dem Dachdecker. Die Folge war der jetzt für Frau Stein erfolgreich beendete Prozess. Inwieweit sich der Dachdecker nun bei dem Hersteller Nelskamp gütlich halten kann, vermag ich nicht zu beurteilen.

    Bei allen von mir gemachten Erfahrungen lautet für mich das Fazit: weder durch persönlichen Ärger, noch durch gerichtliche Verfahren oder einstweilige Verfügungen werden mangelhafte Produkte verbessert. Auch die Erwartung „Deutsche Dachziegel – streng geprüfte Qualität“ schließt nicht aus, dass Mängel bestehen und hohe Folgekosten entstehen, wenn ein in Anspruch zu nehmender Vertragspartner fehlt, der für fehlerhafte Ausführung oder mangelhafte Qualität in Anspruch genommen werden kann.

    Die endgültige Beurteilung dieses Dramas überlasse ich den Lesern.